Dienstag, 21. Februar 2017

2 Wochen Lumpi - Ein Fazit



Am 4.2.2017 sind wir nach Hildesheim gefahren um endlich unseren Lumpi von den Transcanis- Jungs in Empfang zu nehmen.

Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Gedanken wie:

- er ist zwar 1,5 Jahre alt aber nicht stubenrein
- hoffentlich reicht die Absicherung auf dem Grundstück
- was machen wir wenn er Heimweh hat
- wie kriegen wir den Hund von uns überzeugt
und bestimmt noch 1000 andere Bedenken

Im Vorfeld hatte es sich ergeben, dass Sandra, aus dem Verein five4strays auch Vorort sein wird um Paulina abzuholen. So haben wir uns verabredet.
Vorort waren aber auch noch etliche andere Leute von anderen Vereinen, um ihre Fellnasen in Empfang zu nehmen.

Sandra und wir haben uns entschlossen, dass wir unsere Hunde als letztes in Empfang nehmen werden. Zum Einen waren die Anderen Adoptanten sehr ungeduldig (jeder wollte seinen Hund als Erstes haben) zum Anderen waren wir neugierig und wollten so gern noch "unsere" anderen beiden Hunde, Fluffy und Rudy, begrüßen, die weiter nach Köln gefahren sind.

An dieser Stelle sei gesagt: die Jungs von Transcanis sind so Klasse. Sie gehen mit jedem einzelnen Hund um, als sei es ihr Eigener. Ruhig, besonnen und liebevoll. Einfach ein Traum anzusehen. Sie geben den neuen Hundehaltern Tips zum weiteren Transport und sind bereit, den Schützling sogar in deren Auto zu tragen. Es ist erschreckend wie professionelles Wissen ignoriert werden kann. 

Wir haben beobachtet, dass sogar vom Vorstand eines anderen Vereines jemand dabei war um die Adoptanten zu begleiten. Was ja nicht das Schlechteste ist. Fassungslos hat uns der Umgang gemacht.

Die Hunde wurden von den Adoptanten in Empfang genommen, wurden ( auf Anraten des Vorstandes) auf dem sehr belebten Parkplatz umher"geführt" und sollten stillhalten weil ja unbedingt Fotos gemacht werden müssen. Von schlechter Sicherung (Geschirr o.ä.) ganz zu schweigen.

Dann war es soweit, Sandra und wir durften kurz in das Auto um die Zuckerschnuten zu besuchen. Es kam, wie es kommen musste: Lumpi und Paulina waren zusammen in einer Box und plötzlich waren alle anderen Hunde völlig schnuppe.

Ein Blick in Lumpis Augen, sein schnuppern an der Hand, das Streicheln, sein anlehnen an die Hand, alles war  als sei es nie anders gewesen.
Ein kurzer Blick auf die anderen Hunde, streicheln und kraulen von Fluffy und Rudy, dann war es soweit. Pauli und Lumpi wurden von Matze aus dem Auto gebracht. Pauli auf dem Arm und unser Schwergewicht an der Leine. Wir hockten vor dem Auto und Lumpi kam zielstrebig auf uns zu, als sei es nie anders gewesen. Neugieriges schnuppern, intensives kuscheln mit allen Familienmitgliedern und er war da.

Das Einsteigen in unser Auto, die Fahrt nach Hause, alles super einfach und total unkompliziert. Zu Hause sind wir dann erstmal intensiv, noch an der Schleppleine, im Garten spazieren gegangen. Lumpi nahm schnuppernd und neugierig sein neues Reich und unsere Herzen in Beschlag.

Die erste Mahlzeit: Jedes Familienmitglied hat ihm zuerst etwas Futter aus der Hand gegeben, was er problemlos annahm. Dann stürzte er sich auf sein Futternapf.

Die erste Nacht: total ruhig und entspannt. Selbst das Feuerwerk in der Nachbarschaft war ihm völlig egal.
Wir haben einfach durchgezogen, was wir uns vorgenommen haben:

Alles was für uns selbstverständlich und normal ist, ist für den Hund auch selbstverständlich und egal.

ZB der Staubsauger. Der wird einfach rausgeholt, angemacht und losgesaugt. Lumpi wurde von der ersten Sekunde an dabei ignoriert. ( weil es ja völlig normal ist). Kein "ja schnupper mal" oder "Achtung jetzt wirds laut" oder "du musst keine Angst haben". Einfach NICHTS sagen, NICHT angucken, einfach machen. Wenn wir heute den Staubsauger rausholen, geht er auf seinen Platz, legt sich hin und pennt.

In der ersten Woche haben wir dann Oma und Opa besucht, waren beim Hundefrisör, haben riesige Spaziergänge unternommen, waren bei der Tierärztin und haben Lumpi einfach in unser Leben "geschmissen". 
In der zweiten Woche waren wir mit ihm zur Spielstunde in der Hundeschule. Fand er nicht gerade "umwerfend" hat es aber, mit seinem Gemüt, tapfer über sich ergehen lassen.

Die Hundetrainer haben anschließend mit uns das weitere Vorgehen besprochen. 
Worte wie: " der Hund ist total super geprägt" oder "er ist so toll sozialisiert" oder " er geht mit neuen Situationen total souverän um" machen uns als Besitzer total stolz ABER diese Worte sind nur durch die intensive Pflege, den professionellen Umgang und der Liebe von Cristina möglich. An dieser Stelle nochmal ein ganz großes DANKE an Cristina und dem Verein five4strays.
Die Trainer meinten auch man kann garnicht glauben, dass Lumpi ein Hund aus dem Tierschutz aus Rumänien ist. Da kennen sie ganz andere Fälle.

Gestern war dann seine Trainerin bei uns zu Hause.

Ihr Fazit: der Hund war schon immer hier und nicht erst seit 2 Wochen.
Sie hatte sich einen so tollen Plan zurechtgelegt, den wir mal komplett über den Haufen geworfen haben.

Sachen wie: problemlos ins Auto einsteigen, "Sitz", "hierher", "nein" und "halt" können wir schon. Ja; das haben wir in der letzten Woche schon alleine gelernt. Wie wir das gemacht haben, werden wir in einer extra Rubrik beschreiben.
Also haben wir beschlossen mit "Klickern" anzufangen. Und siehe da; Lumpi ist mit Begeisterung dabei und zeigt uns somit, dass er lernen will.

Unser Fazit nach 2 Wochen: In Lumpi steckt eine riesige Portion Bernadiner. Er ist stur wie ein Panzer ( aber Frauchen ist sturer). Er ist ein absoluter Familienhund und macht uns den Umgang mit ihm total einfach. Alles was man bei Lumpi wirklich braucht ist GEDULD.

Klar werden diese Moment kommen, in denen man den Hund zum Mond wünscht. Klar werden die Momemte kommen, in denen man den Hund am liebsten wieder nach Rumänien schicken würde.
Aber mit diesem Bewusstsein kann man, wenn solche Situationen kommen, einfach darüber lachen denn man wusste es ja vorher.

Also Ihr Leute da draußen: Wir können Euch wirklich nur zu einem Hund von Five4strays raten. Und das meinen wir ernst.

Bis zum nächsten mal

Herrchen und Frauchen

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